Zaug ZR












"Pro Tag 40 Kubikmeter Material neu ins Abfallwirtschaftszentrum Gießen"

Pro Tag 40 Kubikmeter Material neu ins Abfallwirtschaftszentrum

Pro Tag 40 Kubikmeter Material neu ins Abfallwirtschaftszentrum
ZR-Betriebsleiter Michael Leukel, ZR-Geschäftsführer Klaus Müller und Dirk Oßwald (von links)zeigen die bequemen Entsorgungsmöglichkeiten.


20.03.2013 - KREIS GIESSEN erschienen im Giessener Anzeiger

(atb). Was den Umgang mit dem Müll betrifft, liegt der Kreis Gießen weit vorn, haben dessen Experten anlässlich des 20-jährigen Bestehens des Abfallwirtschaftszentrums (AWZ) in der Gießener Lahnstraße versichert. Auf dem Gelände des AWZ, das zur Zaug Recycling GmbH („ZR-Die Entsorger¨) gehört, warfen der Erste Kreisbeigeordnete Dirk Oßwald (FW), ZR-Geschäftsführer Klaus Müller und ZR-Betriebsleiter Michael Leukel einen Blick auf die Geschichte der Einrichtung.

Mit der damaligen Zaug-Beschäftigungsgesellschaft begann man. „Wir hatten nur wenige Wertstoffströme“, sagt Müller. Damals habe der Bürger noch nicht vier Tonnen zum Mülltrennen vor der Tür gehabt. Und seinerzeit, vor 2008, arbeitete man mit drei Angestellten. Der Auftrag wurde dann aus steuerlichen Gründen übertragen. 2008 wurde ein neuer Vertrag mit dem Landkreis geschlossen und gleichzeitig wechselte man von der Lahnstraße 201 mit geringen räumlichen Möglichkeiten zur Lahnstraße 220 mit weitaus weiträumigeren Perspektiven. „Zwischen beiden Plätzen liegen Welten“, schwärmt Müller. Die Fahrzeuge können viel besser rangieren. Mehr Wertstoffe können voneinander getrennt entsorgt und dann wieder verwertet werden. Die Annahmen von kritischen Stoffen wie dem asbesthaltigen Eternit oder Mineralwolle war früher nicht möglich. Heute ist das kein Problem mehr, so die Fachleute.

Zudem, für den Bürger komfortabler, kann man heute mehrere verschiedene Stoffe zur selben Zeit anliefern. Früher, so erklärt Leukel, gab es für verschiedene Stoffe, noch verschiedene Anlieferungstage. Manchmal mussten Leute also mehrmals anfahren, um ihren Müll loszuwerden. Besonders stolz ist Dirk Oßwald auf die Vorreiterstellung des Landkreises. So verwende man in Bayern noch überwiegend das „Bringssystem“. Im Landkreis Gießen werden etwa Elektrogeräte geholt und es kostet nicht mal etwas. Eine Ausnahme macht die Stadt Gießen, die dazu eine eigene Gebührenordnung hat. Eine Waschmaschine wird gegen fünf Euro abgeholt, erläutert Leukel. Das Trennen von Müll hat der Landkreis übrigens schon sehr lange praktiziert. „Das gab es bei uns schon, bevor es gesetzlich vorgeschrieben wurde“, erklärte Oßwald. Im Vogelsberg trenne man auch heute noch nicht mal den Biomüll.

Doch das Abfallwirtschaftszentrum des Landkreises ist offenbar nicht nur aus eigener Sicht fortschrittlich und vorzeigbar. „Wir haben regelmäßig Besuchergruppen, darunter auch Vertreter anderer Landkreise, die sich ein Bild machen wollen, wie das hier funktioniert“, sagte der Betriebsleiter. Die Einrichtung betreut mit mittlerweile sechs Beschäftigten immerhin 90 000 Kunden pro Jahr. Täglich werden durchschnittlich fünf Container zu je 40 Kubikmetern Material verarbeitet. Das AWZ arbeitet mit drei Radlagerfahrzeugen und einem kleinen Bagger. Was früher häufig von Hand gemacht werden musste, erledigen heute meist Maschinen.

Besonders angenehm ist, was nicht nur Mitarbeitern, sondern auch den Bürgern und Gewerbetreibenden den Arbeitstag in der Mülltrennung erleichtert: „Heute muss auch niemand mehr umständlich rückwärts rangieren. Das ist besonders für Ungeübte mit Anhänger schwierig. Heute kann man bequem seitlich an die Container heranfahren“, sagt Müller und deutet auf die entsprechenden Anlagen mit Straßenführung.