Zaug ZR












ZAUG Recycling nimmt sich ausgedienten Flachbildschirmen an – mit Erfolg

Quellenangabe: erschienen in der Giessener Zeitung am 23.04.2012

Geht man bei Flachbildschirmfernsehern von einer Lebensdauer von sechs bis acht Jahren aus, müsste bald – sechs Jahre nach der Fußball-WM in Deutschland – eine Welle von Altgeräten über die Recycling-Firmen schwappen. 

Die Gießener ZAUG Recycling GmbH (ZR) ist dafür gerüstet, wie Geschäftsführer Klaus Müller kürzlich versicherte: „Wir haben bewiesen, dass die Demontage von Flachbildschirmen profitabel ist. Wenn die Geräte, die zur WM angeschafft wurden, jetzt bald ausgedient haben, können wir sie auseinandernehmen und die enthaltenen Stoffe vermarkten.“

Dafür hat die ZR auf dem Gelände an der Lahnstraße in Gießen in den alten Komposthallen eine Modellanlage installiert, die es ermöglicht, Flachbildschirme in ihre Einzelteile zu zerlegen, ohne dass das enthaltene Quecksilber der Hintergrundbeleuchtung schädlich werden kann.

„Für die Demontage von Flachbildschirmen ist im Vergleich zu Röhrenfernsehern ein höherer Aufwand nötig“, erklärte Bereichsleiter Hubert Blöhs-Michaelis zwischen mannshoch gestapelten Gitterboxen voll mit Kabelstücken, Platinen, Kunststoffgehäusen und diversen Metallen.

„Die Gesellschafter der ZR haben entschieden, dass zwei Arbeitsplätze für die Flachbildschirm-Demontage eingerichtet werden sollen“, erläuterte der Erste Kreisbeigeordnete Dirk Oßwald als Kreisvertreter in der Gesellschafterversammlung. 50.000 Euro beträgt das Budget dieser Investition in ein Geschäftsfeld, das bislang noch weitgehend unangetastet ist. „Durch das frühzeitige Erschließen neuer Märkte kann unser Gießener Unternehmen ZR seine ohnehin gute und dynamische Entwicklung ausbauen“, sagte Oßwald zufrieden mit der Entscheidung, in die Zukunft investiert zu haben.

Seit Anfang des Jahres konnte im neuen Doppelcontainer mit Absaugtisch nun ein Probelauf stattfinden, dessen Bilanz durchweg positiv ausfällt. „Den Tisch mit Absaugvorrichtung und Luftfilter haben wir selbst gebaut und der funktioniert so gut, dass eine Firma aus Bayern schon gefragt hat, ob wir Ihnen ein Angebot machen können“, erklärte ZR-Chef Müller. Ein zweiter Arbeitstisch dieser Art soll in Gießen wie geplant bald folgen, denn die Gewinne aus dem Verkauf der Rohstoffe und Teile seien vielversprechend.

Wie viele Flachbildschirme auf dem Hof der ZR schon zerlegt wurden, vermochte auch Bereichsleiter Hubert Blöhs-Michaelis nicht zu sagen. In sieben Arbeitsstunden zerlegen dieIn Einzelteile zerlegt, haben ausgediente Flachbildschirme einen Wert. Auf dem Hof der ZAUG werden deswegen in einer neuen Anlage die Monitore zerlegt. In Einzelteile zerlegt, haben ausgediente Flachbildschirme einen Wert. Auf dem Hof der ZAUG werden deswegen in einer neuen Anlage die Monitore zerlegt.
Mitarbeiter aber etwa 100 Flachbildschirme, von denen Computermonitore derzeit noch einen Großteil ausmachen. Der Elektro- und Elektronikschrott aus Privathaushalten, der bei der ZR in seine Einzelteile zerlegt wird, stammt aus Hessen und den angrenzenden Bundesländern, wie Klaus Müller erläuterte.

Das Recyclingunternehmen kauft Abfall auch über die Landesgrenzen hinaus ein und schöpft Wert durch die Trennung verschiedener Materialien. „Man muss wissen, was der Markt will“, erläuterte Klaus Müller ein einfaches Prinzip. „Als wir erfahren haben, dass ein Kunde bereit ist, für schwarze Gehäuseteile mehr zu bezahlen, als für farblich gemischte, haben wir einfach zwei Gitterboxen aufgestellt und nun trennen die Männer beim Auseinanderschrauben auch farblich“, nannte er ein Beispiel.

Rund 7000 Tonnen E-Schrott haben die 25 Mitarbeiter in diesem Bereich der ZR im vergangenen Jahr auseinandergeschraubt. Insgesamt arbeiten etwa 140 Mitarbeiter für das Unternehmen. Für ungelernte Kräfte bietet die ZR eine berufliche Perspektive, wie Landkreis-Sozialdezernent Dirk Oßwald erwähnte.

Dirk Oßwald (links) ließ sich von ZAUG-Geschäftsführer Klaus Müller erläutern, wobei es beim Recycling von ausgedienten Flachbildschirmen ankommt.In Einzelteile zerlegt, haben ausgediente Flachbildschirme einen Wert. Auf dem Hof der ZAUG werden deswegen in einer neuen Anlage die Monitore zerlegt.